24-Stunden-Pflege in Deutschland: Kosten und Zuschüsse 2026

Die Organisation einer 24-Stunden-Pflege stellt viele Familien vor finanzielle Fragen. Die Kosten variieren je nach Pflegegrad und Anbieter, und das System staatlicher Zuschüsse kann unübersichtlich sein. Dieser Leitfaden für 2026 bietet einen detaillierten Überblick über die zu erwartenden Preise und beleuchtet die verfügbaren finanziellen Unterstützungsleistungen.

24-Stunden-Pflege in Deutschland: Kosten und Zuschüsse 2026

Eine 24-Stunden-Pflege zu organisieren bedeutet, Betreuung, Pflegequalität, rechtliche Sicherheit und die finanzielle Planung in Einklang zu bringen. Neben der Auswahl qualifizierter Betreuungskräfte spielt vor allem die Frage nach den Gesamtkosten und nach Zuschüssen eine Hauptrolle. Die folgenden Abschnitte geben einen strukturierten Überblick zu Preisen, Förderungen und zur Antragstellung für 2026.

Dieser Artikel ist ausschließlich zu Informationszwecken gedacht und stellt keine medizinische Beratung dar. Für persönliche Fragen wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.

Kosten je Pflegegrad bei 24-Stunden-Pflege

Die monatlichen Preise für 24-Stunden-Betreuung variieren je nach Qualifikation, Sprachkenntnissen, Aufgabenprofil, Arbeitszeitmodell, Anreise sowie legaler Beschäftigungsform. Typische Spannbreiten liegen bei rund 2.300 bis 4.000 Euro pro Monat für legal entsandte Betreuungskräfte. Die tatsächliche Belastung hängt davon ab, welche Leistungen der Pflegeversicherung genutzt werden. Als Orientierung greift die Frage Kostenübersicht: Was kostet eine 24-Stunden-Pflege je nach Pflegegrad. Der Unterschied entsteht weniger durch den Preis der Pflege als durch die anrechenbaren Zuschüsse je Pflegegrad.

Beispielhafte Nettobetrachtung: Bei Pflegegrad 2 können das Pflegegeld und der Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat die Eigenbeteiligung senken. In Pflegegrad 3 bis 5 steigen die Beträge, wodurch sich die monatliche Zuzahlung weiter reduzieren lässt. Zusätzlich können Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und Steuerermäßigungen helfen, einzelne Monate deutlich zu entlasten. Alle Beträge sind Richtwerte und können sich bis 2026 ändern.

Anleitung: Antrag auf den Pflegezuschuss 2026 stellen

  1. Pflegegrad beantragen oder überprüfen: Stellen Sie einen Antrag bei der Pflegekasse der oder des Versicherten. Der Medizinische Dienst beziehungsweise Medicproof beurteilt die Pflegebedürftigkeit.
  2. Leistungsart wählen: Für 24-Stunden-Betreuung werden häufig Pflegegeld, Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege kombiniert. Pflegesachleistungen kommen meist für ambulante Dienste zum Einsatz, können aber ergänzend genutzt werden.
  3. Formulare einreichen: Antrag der Pflegekasse, Versichertennummer, Kontoverbindung, ggf. Vollmacht und Unterlagen zur Betreuungssituation. Leistungen gelten ab Antragseingang, daher frühzeitig einreichen.
  4. Bescheid prüfen: Nach dem Bescheid können Kombinations- oder Umwidmungen geplant werden, etwa die Umwandlung eines Anteils der Pflegesachleistung in Entlastungsleistungen nach den jeweils geltenden Regeln.
  5. Jährliche Budgets im Blick behalten: Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege werden kalenderjährlich geführt; ungenutzte Mittel verfallen am Jahresende. Für 2026 die aktuellen Beträge und Regelungen bei der Pflegekasse erfragen.

Staatliche Zuschüsse für Senioren: Ein Überblick

Im Regelfall stehen zur Verfügung: Pflegegeld, Pflegesachleistungen für ambulante Dienste, der monatliche Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro, Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung mit Zuschuss, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sowie Budgets für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Zusätzlich sind steuerliche Entlastungen möglich, zum Beispiel für haushaltsnahe Dienstleistungen. Die konkrete Kombination sollte an den Pflegegrad, den Bedarf an Grundpflege und Betreuung sowie an die vorhandene familiäre Unterstützung angepasst werden.

Wichtig ist, dass Zuschüsse die Eigenbeteiligung bei der 24-Stunden-Pflege mindern, jedoch selten die Gesamtkosten vollständig tragen. Daher lohnt sich eine sorgfältige Jahresplanung mit Blick auf Pflegegradeinstufung, Budgetausschöpfung und mögliche Anpassungen bei sich ändernder Pflegesituation.

24-Stunden-Pflege ohne Anzahlung möglich

Viele seriöse Vermittlungen und Pflegeanbieter arbeiten mit transparenten Zahlungsplänen, oft ohne hohe Vorauszahlungen. Prüfen Sie im Vertrag, ob eine Anzahlung fällig ist, wie die Abrechnung erfolgt und welche Kündigungsfristen sowie Widerrufsrechte gelten. Die Frage Gibt es Optionen für eine 24-Stunden-Pflege ohne Anzahlung lässt sich häufig mit Ja beantworten, wenn Anbieter monatlich nach Leistung abrechnen oder den Startmonat anteilig berechnen. Vorsicht bei langen Mindestlaufzeiten, pauschalen Gebühren vor Leistungsbeginn oder unklaren Reisekostenregelungen.

Achten Sie außerdem auf klare Angaben zur legalen Beschäftigungsform wie Entsendung aus einem EU-Land, Direktanstellung mit Sozialabgaben oder Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes. Rechtssicherheit ist zentral für Kostenkalkulation und Qualität.

Qualifizierte Pflegeanbieter in Ihrer Nähe finden

Seriöse Anbieter lassen sich über Pflegestützpunkte, die Pflegekasse, kommunale Pflegewegweiser und neutrale Beratungsstellen identifizieren. Achten Sie auf nachvollziehbare Referenzen, klare Vertragsunterlagen in deutscher Sprache, transparente Preislisten, ein Matching nach Qualifikation und Sprachlevel sowie erreichbare Ansprechpartner. Für lokale Services in Ihrer Gegend bieten regionale Verzeichnisse der Länder und Kommunen sowie große Wohlfahrtsverbände hilfreiche Übersichten.

Vergleichen Sie stets mindestens mehrere Angebote mit identischer Aufgabenbeschreibung. Prüfen Sie, ob Tag- und Nachtpräsenz, Vertretungen im Urlaub, Notfallkontakte, Reisekosten, Haftpflichtversicherung und Ersatz bei Ausfall vertraglich geregelt sind.

Preisbeispiele und Anbieter im Vergleich

Im Markt der 24-Stunden-Betreuung nennen viele Vermittlungen Spannbreiten, die je nach Profil der Betreuungskraft und Einsatzort variieren. Die folgende Übersicht zeigt typische Orientierungswerte und dient als Startpunkt für Ihre Kalkulation.


Product or Service Provider Cost Estimation
24-Stunden-Betreuung entsendete Betreuungskraft Promedica Plus ca. 2.300–3.500 Euro monatlich
24-Stunden-Betreuung entsendete Betreuungskraft Pflegehelden ca. 2.400–3.600 Euro monatlich
24-Stunden-Betreuung entsendete Betreuungskraft Hausengel ca. 2.600–3.800 Euro monatlich
24-Stunden-Betreuung entsendete Betreuungskraft CareWork ca. 2.300–3.700 Euro monatlich

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine eigenständige Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.

Reale Kosten und Zuschüsse praxisnah kalkulieren

Eine belastbare Kostenplanung beginnt mit dem Pflegegrad, dem gewünschten Aufgabenprofil und der Entscheidung für die legale Beschäftigungsform. Rechnen Sie zunächst mit einer monatlichen Bruttospanne für die 24-Stunden-Pflege. Ziehen Sie anschließend die planbaren Zuschüsse ab: Pflegegeld je Pflegegrad, den Entlastungsbetrag, Anteile aus Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie ggf. steuerliche Entlastungen. Berücksichtigen Sie zusätzlich Reisekosten, Feiertagszuschläge, Ersatz bei Ausfall und mögliche Wechsel der Betreuungskraft.

Da Beträge und Regeln regelmäßig angepasst werden, sollten für 2026 die aktuellen Leistungshöhen bei der Pflegekasse erfragt und im Vertragstext klar festgehalten werden. So bleibt die Eigenbeteiligung transparent, und Nachkalkulationen lassen sich vermeiden.

Fazit

Die 24-Stunden-Pflege lässt sich mit den Leistungen der Pflegeversicherung und einer sorgfältigen Vertragsprüfung solide planen. Während die Grundpreise vor allem vom Profil der Betreuungskraft abhängen, bestimmen Pflegegrad und Zuschüsse die Netto-Eigenkosten. Wer frühzeitig Anträge stellt, Budgets im Jahr verteilt und mehrere seriöse Anbieter vergleicht, erhält eine realistische Orientierung für 2026 und kann die Versorgung rechtssicher und finanzierbar strukturieren.