Geldanlage mit 80+: Was lohnt sich heute noch? Ein einfacher Überblick
Viele Senior:innen ab 80 fragen sich, wie sie ihr Erspartes heute sicher, übersichtlich und ohne unnötige Risiken anlegen können. Gerade im hohen Alter stehen Kapitalerhalt, einfache Handhabung und verlässliche Planung im Vordergrund. Sparkonten, Tagesgeld und Festgeld gewinnen deshalb wieder an Bedeutung – nicht wegen hoher Renditen, sondern weil sie Stabilität, Klarheit und finanzielle Ruhe bieten.
Im sehr hohen Alter stehen oft drei Ziele im Vordergrund: Kapital erhalten, möglichst flexibel bleiben und den Aufwand klein halten. Nach Jahren tiefer Zinsen sind Sparkonten, Festgelder und kurzlaufende Anleihen wieder sichtbarer im Angebot. Wichtig ist, Lösungen zu wählen, die zum Alltag passen: verständliche Produkte, klare Konditionen, sowie verlässlicher Zugang zu Filiale oder Telefonbanking in Ihrer Region.
Vergleichen lohnt sich: Worauf Senior:innen achten sollten
Beim Vergleichen lohnt sich, auf einige Punkte besonders zu achten: Sicherheit der Einlagen (Einlagensicherung esisuisse bis 100’000 CHF pro Bank und Person), Transparenz von Gebühren, Zinsmodell und Bedingungen für Aktionen. Prüfen Sie Erreichbarkeit von Beratung und Servicekanälen, Vollmachten für Angehörige, Barrierefreiheit sowie klare Abläufe bei Erbfall und Nachlass. Achten Sie ausserdem auf Währungsrisiken, wenn Angebote nicht in CHF sind, und auf Steuern (z. B. Verrechnungssteuer), die in der Steuererklärung angerechnet werden können.
Was versteht man unter einem Sparkonto?
Ein Sparkonto ist ein verzinstes Bankkonto für Ersparnisse mit einfacher Handhabung. Es bietet in der Regel variable Zinsen, tägliche Verfügbarkeit oder kurze Kündigungsfristen sowie Einlagensicherung. Für Senior:innen ist es besonders attraktiv, weil es kein komplexes Kursrisiko birgt und Zahlungen zwischen Girokonto und Sparkonto unkompliziert bleiben. Unterschiede gibt es bei Zinsen, Gebühren, Limiten und ob die Bank eher online-orientiert ist oder Filialen in Ihrer Nähe unterhält.
Welche Vorteile bieten Sparkonten im hohen Alter?
Sparkonten punkten mit Verständlichkeit, Kapitalstabilität und Liquidität. Eingänge von Renten oder Auszahlungen lassen sich leicht parkieren, grössere Ausgaben sind schnell verfügbar. Zudem sind Sparkonten gut geeignet, um Notguthaben für Unvorhergesehenes vorzuhalten. Grenzen gibt es beim Inflationsschutz: Steigt die Teuerung stärker als der Zins, sinkt die Kaufkraft. Wer mehr Ertrag sucht, kann einen Teil in Festgeld oder kurzfristige Anleihen legen – jedoch immer mit Blick auf Laufzeit, Gebühren und persönliches Risikoprofil.
Warum locken höhere Zinsen ältere Sparer wieder an?
Nach einer langen Phase von Niedrig- bis Negativzinsen zahlen viele Institute wieder spürbare Zinsen auf CHF-Guthaben. Das spricht besonders ältere Sparer:innen an, die Wert auf planbare Erträge ohne hohe Schwankungen legen. Allerdings sind Aktionszinsen oft zeitlich begrenzt oder an Bedingungen geknüpft (z. B. Neukund:innen, Maximalbeträge). Daher lohnt es sich, die Details zu lesen, das Basiszinsniveau zu prüfen und sich nicht allein von kurzfristigen Promotions leiten zu lassen.
Warum Sparkonten für Senior:innen wieder interessant werden
Im Vergleich zu komplexen Anlagen bieten Sparkonten und Festgelder heute ein ausgewogenes Verhältnis aus Einfachheit und Ertrag. Eine mögliche Struktur: ein ausreichend grosses Notguthaben auf dem Sparkonto, ergänzt um gestaffelte Festgelder (Laddering) für etwas höhere Zinsen, sowie bei Bedarf ein kleiner Anteil kurzlaufender CHF-Staats- oder Unternehmensanleihenfonds für zusätzliche Diversifikation. Kurze Laufzeiten reduzieren Zinsänderungsrisiken und halten die Verfügbarkeit hoch.
Zinsen und Kosten im Überblick: reale Anbieter in der Schweiz Nachfolgend finden Sie beispielhafte Produkte und Anbieter mit groben Spannbreiten für Zinsen, Renditen oder Kosten. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Laufzeit, Betrag, Kundensegment und Marktumfeld ab.
| Produkt/Service | Anbieter | Kostenschätzung |
|---|---|---|
| Sparkonto Standard | Zürcher Kantonalbank | Variabler Zins, grob ca. 0.25–1.20 % p. a.; teils gebührenfrei, sonst paketabhängig |
| Sparkonto Standard | PostFinance | Variabler Zins, grob ca. 0.10–1.10 % p. a.; Kontopakete mit möglichen Gebühren |
| Sparkonto (Filialbank, regional) | Raiffeisen (lokale Genossenschaft) | Variabler Zins, grob ca. 0.20–1.20 % p. a.; Mitgliederkonditionen möglich |
| Festgeld 12 Monate | Migros Bank | Fixzins, grob ca. 0.80–1.80 % p. a.; vorzeitige Auflösung meist nicht möglich |
| Bundesobligation 5 Jahre | Schweizerische Eidgenossenschaft (via Bank) | Effektivrendite marktabhängig, zuletzt grob 0.5–1.5 % p. a.; Depotgebühren ca. 0.10–0.30 % p. a. |
| Kurzlaufender CHF-Staatsanleihen-ETF | iShares beispielhaft | TER grob ca. 0.15–0.20 % p. a.; geringe bis moderate Kursschwankungen |
Preise, Zinssätze oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird unabhängige Recherche empfohlen.
Abseits von Zinsen sollten Senior:innen auf Servicequalität, Erreichbarkeit und einfache Prozesse achten. Dazu zählen klare Kontoauszüge, gut erreichbare Hotlines, verständliche Dokumente sowie Unterstützung bei Vollmachten und gemeinsamer Kontoführung. Wer Anlagen über mehrere Institute verteilt, kann die Einlagensicherung pro Bank nutzen und spezifische Stärken einzelner Anbieter kombinieren.
Zum Schluss lohnt ein Blick auf Steuern und Formalitäten. Erträge aus Sparkonten und Anleihen sind grundsätzlich steuerbar; die Verrechnungssteuer kann angerechnet werden. Dokumente wie Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung und Bankvollmacht erleichtern Angehörigen im Fall der Fälle die Abwicklung. Mit einer einfachen, gut dokumentierten Struktur bleibt die Geldanlage auch mit 80+ handhabbar, übersichtlich und auf die wichtigsten Ziele ausgerichtet: Sicherheit, Liquidität und Ruhe im Alltag.