Klimaanlagen ohne Außeneinheit: Modelle, Funktionsweise und Einsatzbereiche
Klimaanlagen ohne Außeneinheit bieten eine Alternative für Gebäude, bei denen eine Außenmontage nicht möglich oder erlaubt ist. Dieser Artikel gibt einen Überblick über gängige Modelle in Deutschland, erklärt die Funktionsweise und zeigt, worauf bei der Auswahl zu achten ist.
Klimaanlagen ohne separate Außeneinheit haben sich in den letzten Jahren als flexible Lösung für die Raumkühlung etabliert. Besonders in Mietwohnungen, denkmalgeschützten Gebäuden oder dort, wo bauliche Veränderungen nicht erlaubt sind, stellen sie eine sinnvolle Option dar. Im Gegensatz zu Split-Geräten arbeiten diese Systeme als geschlossene Einheit und lassen sich ohne aufwendige Installation betreiben.
Was sind Klimaanlagen ohne Außeneinheit
Klimaanlagen ohne Außeneinheit werden auch als Monoblock-Klimageräte oder mobile Klimaanlagen bezeichnet. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Split-Systemen dadurch, dass Kompressor, Verdampfer und Kondensator in einem einzigen Gehäuse untergebracht sind. Die warme Abluft wird über einen flexiblen Schlauch durch ein Fenster oder eine Wandöffnung nach draußen geleitet. Diese Bauweise macht separate Außengeräte überflüssig und ermöglicht einen flexiblen Einsatz in verschiedenen Räumen. Die meisten Modelle verfügen über Rollen und lassen sich ohne Fachkenntnisse in Betrieb nehmen. Neben der reinen Kühlfunktion bieten viele Geräte zusätzliche Modi wie Entfeuchtung oder Ventilation.
So funktionieren Monoblock-Klimageräte
Das Funktionsprinzip von Monoblock-Klimageräten basiert auf dem Kältekreislauf. Ein Kältemittel zirkuliert im geschlossenen System und nimmt dabei Wärme aus der Raumluft auf. Im Verdampfer wird die warme Raumluft angesaugt und gekühlt, während das Kältemittel verdampft und Wärmeenergie aufnimmt. Anschließend wird das gasförmige Kältemittel vom Kompressor verdichtet, wodurch sich seine Temperatur erhöht. Im Kondensator gibt das Kältemittel die aufgenommene Wärme wieder ab und verflüssigt sich. Diese warme Abluft wird über den Abluftschlauch nach außen transportiert. Die gekühlte Luft strömt zurück in den Raum. Da alle Komponenten in einem Gerät vereint sind, entsteht allerdings ein gewisser Effizienzverlust, da ein Teil der Kühlleistung für die Kühlung des Kompressors benötigt wird. Moderne Geräte arbeiten mit umweltfreundlichen Kältemitteln wie R290 oder R32.
Vorteile und Einschränkungen dieser Systeme
Monoblock-Klimageräte bieten mehrere praktische Vorteile. Die Installation erfolgt ohne Fachpersonal und bauliche Eingriffe. Die Mobilität ermöglicht den Einsatz in verschiedenen Räumen je nach Bedarf. Mietrechtliche Beschränkungen spielen eine geringere Rolle, da keine dauerhaften Veränderungen am Gebäude vorgenommen werden. Die Anschaffungskosten liegen deutlich unter denen von Split-Systemen. Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Die Kühlleistung ist geringer als bei vergleichbaren Split-Geräten, typischerweise zwischen 2000 und 4000 Watt. Der Energieverbrauch fällt höher aus, da die Effizienz durch die Bauweise begrenzt ist. Die Geräuschentwicklung ist spürbar, da der Kompressor im Raum arbeitet. Der Abluftschlauch erfordert eine geöffnete Stelle am Fenster, wodurch warme Außenluft nachströmen kann. Für große Räume oder Dauerbelastung im Hochsommer sind diese Geräte oft weniger geeignet.
Typische Einsatzbereiche in Deutschland
In Deutschland werden Monoblock-Klimageräte hauptsächlich in Mietwohnungen eingesetzt, wo keine Genehmigung für Außengeräte vorliegt. Auch in Dachgeschosswohnungen, die sich im Sommer stark aufheizen, bieten sie schnelle Abhilfe. Büroräume und Homeoffice-Arbeitsplätze profitieren von der flexiblen Aufstellung. Ferienwohnungen und Gästezimmer lassen sich bei Bedarf temporär kühlen. In denkmalgeschützten Gebäuden, wo die Fassade nicht verändert werden darf, stellen sie oft die einzige Möglichkeit zur Klimatisierung dar. Kleine Ladenlokale, Praxisräume oder Werkstätten nutzen diese Geräte ebenfalls häufig. Für den gelegentlichen Einsatz an besonders heißen Tagen sind sie eine wirtschaftliche Lösung. In Regionen mit moderatem Klima reicht ihre Leistung für die meisten Wohnsituationen aus.
Vergleich technischer Merkmale und Bauarten
Auf dem deutschen Markt sind verschiedene Bauarten von Monoblock-Klimageräten erhältlich. Klassische mobile Klimaanlagen mit einem Abluftschlauch sind am weitesten verbreitet. Fensterklimageräte werden direkt in eine Fensteröffnung eingebaut und benötigen keinen Schlauch, sind aber weniger flexibel. Split-Monoblocks verfügen über zwei Einheiten, die jedoch beide im Innenraum verbleiben. Neuere Modelle mit Dual-Schlauch-Technologie führen Frischluft von außen zu und erreichen dadurch eine bessere Effizienz. Die Kühlleistung variiert je nach Raumgröße zwischen 7000 und 14000 BTU. Der Energieverbrauch liegt typischerweise zwischen 800 und 1500 Watt. Die Lautstärke bewegt sich im Bereich von 50 bis 65 Dezibel. Moderne Geräte verfügen über Timer-Funktionen, Fernbedienungen und teilweise WLAN-Anbindung. Die Energieeffizienzklasse reicht von A bis G nach neuer EU-Kennzeichnung.
| Gerätetyp | Hersteller/Modell | Kühlleistung | Energieverbrauch | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Monoblock mobil | De’Longhi Pinguino | 2,5 kW (9000 BTU) | ca. 1000 W | Leise, Entfeuchtung |
| Monoblock mobil | Comfee MPPH-09CRN7 | 2,6 kW (9000 BTU) | ca. 1050 W | Kompakt, Timer |
| Dual-Schlauch | Trotec PAC 4600 | 4,6 kW (16000 BTU) | ca. 1600 W | Höhere Effizienz |
| Fenstergerät | Midea MWF-09 | 2,6 kW (9000 BTU) | ca. 900 W | Fest installiert |
Die Preisspanne für Monoblock-Klimageräte in Deutschland liegt zwischen 200 und 800 Euro, abhängig von Leistung und Ausstattung. Einsteigermodelle mit geringerer Kühlleistung sind ab etwa 200 Euro erhältlich, während leistungsstärkere Geräte mit Dual-Schlauch-Technologie bis zu 800 Euro kosten können. Der Betrieb verursacht je nach Nutzungsdauer Stromkosten von etwa 20 bis 50 Euro pro Monat während der Sommermonate. Diese Schätzungen basieren auf aktuellen Marktpreisen und durchschnittlichen Stromtarifen, können jedoch je nach Anbieter und Region variieren.
Preise und Kostenangaben in diesem Artikel basieren auf aktuell verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.
Bei der Auswahl eines geeigneten Geräts sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Die Raumgröße bestimmt die benötigte Kühlleistung, wobei als Faustregel etwa 100 Watt pro Quadratmeter gelten. Die Energieeffizienzklasse beeinflusst die laufenden Kosten erheblich. Die Lautstärke spielt besonders in Schlafräumen eine wichtige Rolle. Zusatzfunktionen wie programmierbare Timer oder Sleep-Modi erhöhen den Komfort. Die Länge und Flexibilität des Abluftschlauchs bestimmen die Aufstellmöglichkeiten. Wartungsfreundlichkeit und die Verfügbarkeit von Ersatzfiltern sollten ebenfalls beachtet werden.
Zusammenfassend bieten Klimaanlagen ohne Außeneinheit eine praktikable Lösung für viele Wohnsituationen in Deutschland. Sie ermöglichen eine unkomplizierte Kühlung ohne bauliche Veränderungen und eignen sich besonders für Mieter oder temporäre Anwendungen. Trotz gewisser Effizienzeinbußen gegenüber Split-Systemen stellen sie für kleinere bis mittlere Räume und gelegentliche Nutzung eine wirtschaftliche Alternative dar. Die Auswahl des passenden Modells hängt von individuellen Anforderungen, Raumgröße und Budget ab.