Prämien steigen massiv: Finden Sie die günstigste Krankenkasse in Ihrem Kanton.

Haben Sie Ihre erste Prämienrechnung für 2026 erhalten? Für viele Schweizer gibt es eine böse Überraschung: Die Krankenkassenprämien sind 2026 massiv gestiegen. Das bedeutet: Es bleibt weniger Geld im Portemonnaie übrig. Doch Sie müssen diese Mehrkosten nicht einfach hinnehmen.

Prämien steigen massiv: Finden Sie die günstigste Krankenkasse in Ihrem Kanton. Monoar Rahman Rony / pixabay.com

Die steigenden Prämien der Krankenversicherung belasten schweizweit immer mehr Menschen. Während die Grundversorgung überall identisch ist, unterscheiden sich die Prämien zwischen den Kassen erheblich. Wer rechtzeitig vergleicht und wechselt, kann seine finanzielle Belastung deutlich reduzieren, ohne auf Leistungen verzichten zu müssen. Dabei spielen kantonale Unterschiede, Franchise-Modelle und Zusatzversicherungen eine wichtige Rolle.

Wie funktioniert der Krankenkassenwechsel?

Der Wechsel der Krankenkasse in der Schweiz ist gesetzlich geregelt und folgt klaren Regeln. Versicherte können ihre Grundversicherung jährlich per Ende Jahr kündigen, sofern sie die Kündigungsfrist einhalten. Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Jahresende, das heisst, die Kündigung muss spätestens am 30. November bei der aktuellen Kasse eingegangen sein. Bei Verträgen mit höherer Franchise oder eingeschränkter Arztwahl gelten teilweise kürzere Fristen bis Ende September. Wichtig ist, dass die Kündigung schriftlich erfolgt und der Versand per Einschreiben nachgewiesen werden kann. Nach Erhalt der Kündigungsbestätigung können Sie sich bei einer neuen Kasse anmelden. Diese ist verpflichtet, Sie aufzunehmen, solange Sie in der Schweiz wohnen.

Wie lässt sich bei der Krankenversicherung Geld sparen?

Es gibt mehrere Stellschrauben, um die Prämien zu senken, ohne die Grundversorgung zu gefährden. Eine der effektivsten Massnahmen ist die Erhöhung der Franchise. Die Standardfranchise liegt bei 300 Franken, kann aber bis auf 2500 Franken erhöht werden. Wer selten zum Arzt geht, profitiert von deutlich niedrigeren Monatsprämien. Auch alternative Versicherungsmodelle wie Hausarzt-, Telmed- oder HMO-Modelle bieten Einsparpotenzial von bis zu 25 Prozent. Dabei verpflichten Sie sich, bei gesundheitlichen Problemen zuerst eine bestimmte Anlaufstelle zu kontaktieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Vergleich zwischen den Kantonen und Kassen. Selbst innerhalb desselben Kantons können die Prämienunterschiede zwischen den günstigsten und teuersten Anbietern mehrere hundert Franken pro Jahr betragen. Nutzen Sie Vergleichsportale oder die offizielle Plattform des Bundesamts für Gesundheit, um die für Sie passende Kasse zu finden.

Welche Fristen und Muster gelten bei der Kündigung?

Die Einhaltung der Kündigungsfristen ist entscheidend für einen erfolgreichen Wechsel. Für die ordentliche Kündigung per 31. Dezember muss die schriftliche Kündigung bis spätestens 30. November bei der Krankenkasse eingehen. Versicherte mit einer Franchise über 300 Franken oder einem eingeschränkten Versicherungsmodell können bereits per 30. Juni kündigen, sofern die Kündigung bis Ende März eingereicht wird. Ein formloses Kündigungsschreiben ist ausreichend, sollte aber alle wichtigen Angaben enthalten: Name, Geburtsdatum, Versichertennummer, gewünschtes Kündigungsdatum und Unterschrift. Viele Konsumentenschutzorganisationen bieten kostenlose Musterbriefe an, die Sie verwenden können. Wichtig ist der Versand per Einschreiben, um im Streitfall einen Nachweis zu haben. Nach Erhalt der Kündigungsbestätigung können Sie sich bei der neuen Kasse anmelden. Diese meldet sich automatisch bei Ihrer alten Kasse, um den Wechsel zu koordinieren.


Kostenvergleich: Prämienunterschiede zwischen Krankenkassen

Die Prämien für die obligatorische Grundversicherung variieren stark zwischen den Kantonen und Anbietern. Die folgende Tabelle zeigt beispielhafte Kostenunterschiede für einen Erwachsenen mit Standardfranchise in verschiedenen Kantonen:

Kanton Günstigster Anbieter Durchschnittsprämie Teuerster Anbieter
Zürich ca. 350 CHF/Monat ca. 420 CHF/Monat ca. 520 CHF/Monat
Bern ca. 320 CHF/Monat ca. 380 CHF/Monat ca. 470 CHF/Monat
Genf ca. 450 CHF/Monat ca. 520 CHF/Monat ca. 620 CHF/Monat
Tessin ca. 380 CHF/Monat ca. 440 CHF/Monat ca. 540 CHF/Monat
Wallis ca. 340 CHF/Monat ca. 400 CHF/Monat ca. 490 CHF/Monat

Die genannten Prämien, Tarife und Kostenangaben in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor finanziellen Entscheidungen eine unabhängige Recherche durchzuführen.


Worauf sollten Sie beim Kassenwechsel achten?

Neben der reinen Prämie gibt es weitere Faktoren, die bei der Wahl der richtigen Krankenkasse eine Rolle spielen. Prüfen Sie, ob Ihre bisherigen Zusatzversicherungen bei einem Wechsel bestehen bleiben oder ob Sie diese separat kündigen müssen. Zusatzversicherungen sind nicht an die Grundversicherung gebunden und können bei derselben oder einer anderen Kasse abgeschlossen werden. Beachten Sie jedoch, dass bei einem Wechsel der Zusatzversicherung Gesundheitsprüfungen erforderlich sein können. Informieren Sie sich auch über den Kundenservice und die Erreichbarkeit der neuen Kasse. Bewertungen anderer Versicherter können hilfreich sein, um die Servicequalität einzuschätzen. Achten Sie zudem darauf, dass die neue Kasse in Ihrem Kanton tätig ist und alle für Sie relevanten Versicherungsmodelle anbietet. Ein umfassender Vergleich lohnt sich, denn die Grundleistungen sind bei allen Kassen identisch.

Fazit

Die steigenden Krankenkassenprämien machen einen regelmässigen Vergleich und gegebenenfalls einen Wechsel der Kasse sinnvoll. Mit der richtigen Strategie lassen sich jährlich mehrere hundert Franken einsparen, ohne dass Sie auf die gesetzlich garantierten Leistungen verzichten müssen. Nutzen Sie die Kündigungsfristen, vergleichen Sie die Angebote sorgfältig und wählen Sie das Modell, das am besten zu Ihrer Lebenssituation passt. So behalten Sie Ihre Gesundheitskosten im Griff und profitieren von einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis.